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Stoiber geht, endlich

Glückwunsch Herr Stoiber!

Nachdem die Dilettanten aus Ihrem Büro sich doch tatsächlich haben erwischen lassen, als sie Frau Pauli (nach alter Bayerischer Art mit dreckigen Geschichten aus dem “Privatleben”) mundtot machen wollten, haben Sie und Ihre Partei das ganze Land wochenlang mit belanglosen Scheindebatten genervt.

Nun haben Sie endlich dieses lächerliche Gezicke beendet; im wohl unwichtigsten Freistaat der Welt kann wieder Frieden einkehren und die Ureinwohner können weiter in Ruhe Weißwurst essen, lächerliche Musik machen und hören, Lederhosen tragen und sich der deutschen Sprache verweigern.

Wenn sich die Aasgeier, pardon, potenziellen Nachfolger dann geeinigt haben, wer Ihnen in Ihren mannigfaltigen Ämtern nachfolgt, werden sicherlich im September viele schöne Reden über Ihr glorreiches Wirken geschwungen werden. Ich will dem nicht vorgreifen, im Gegenteil. Als Kontrast zu den zu erwartenden Lobhudeleien und Unterwürfigkeiten will ich die unvorteilhaftesten Stationen Ihrer Karriere noch einmal Revue passieren lassen:

Die Strauß-Jahre

Als Protegé des wohl dreistesten Politikers der deutschen Nachkriegsgeschichte machten Sie Ihren Weg in die “große” (bayerische) Politik, obwohl Sie als Jurist mit Prädikatsexamen durchaus auch einen ehrlichen Beruf hätten ausüben können. Dass Strauß sich in einer beispiellosen Reihe von Skandalen [wiki] schon lange vor Ihrer Zeit unter seiner Obhut bewiesen hat, dass er jedes in ihn gesetzte Vertrauen schneller missbrauchte als Michael Jackson [Satz bitte im Kopf zu Ende führen], ficht Sie nicht an.

Ede vs. Gerd

Die CDU hatte nicht aus 1980 gelernt und war sich scheinbar nicht bewusst, dass man einen Bayern dem Rest Deutschlands nicht als Kanzler verkaufen kann. Dies führte nach (für Sie) nervenaufreibenden, (für alle anderen) langweiligen Wochen Ende 2001 zu Ihrer Nominierung als gemeinsamer Kanzlerkandidat der CDU/CSU. Es folgte ein Wahlkampf, in dem Sie gegen die rhetorischen Fähigkeiten eines gewissen Gerhard S. zunehmend alt aussahen (Stichwort: Ähhhhh…). Trotz Unterstützung durch einen ehemaligen Mitarbeiter der Bild (konnte wahrscheinlich Ihre Wahlkampfthemen einfach gut rüberbringen) verloren Sie und gingen beleidigt zurück nach Bayern. Alle atmeten auf.

DIE K-FRAGE

Nachdem der Gerd angesichts eines besseren Angebots aus Russland seinen Job als Bundeskanzler aufgeben wollte, konnten Sie es sich nicht verkneifen der Tante Angie aus dem Osten noch mal ein bisschen in den Blümchenkaffee zu spucken. Sie ließen sich als potenziellen Kanzlerkandidaten hochjubeln und und gingen allen mit der K-Frage gehörig auf die Eier. Was haben wir gelacht als Sie nach wochenlangem Gelaber in jedes Mikrofon, das nicht schnell genug auf dem Baum war, endlich von der Angie einen links und einen rechts verpult bekommen haben und sich brav mit dem Wirtschaftsministerium begnügen wollten. Das wurde dann auch nichts, Sie gaben vor, sich mit Frau Schavan nicht über den Zuschnitt des Ministeriums in Bezug auf Forschung einigen zu können (höhö) , und zogen abermals ab nach Bayern.

Nun hatten wir uns langsam daran gewöhnt dass Sie ab und zu ohne ersichtlichen Grund in Berlin auftauchen, was belangloses sagen, sich dann wieder hinter der Weißwurstäquator verziehen und ansonsten keine Ärger machen. Denn letztendlich sind Sie immer nur ein bayerischer Fels in der bundespolitischen Brandung geblieben. Unbeweglich und öfter mal unter Wasser. Wären Sie mal einfach in Bayern geblieben und hätten intelligentere Leute beschäftigt. Da hätte man Sie wahrscheinlich sogar nochmal gewählt.

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